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Landesweite Kampagne – Verlässliche Rahmenbedingungen für Offenen Ganztag an Grundschulen gefordert

„Man kann den Kindern kaum noch gerecht werden“

Landesweite Kampagne – Verlässliche Rahmenbedingungen für Offenen Ganztag an Grundschulen gefordert

Soest/Kreis Soest/Hochsauerlandkreis (drh) – In den Stunden nach Schulschluss vertritt sie für viele Grundschulkinder im Kreis Soest und im Hochsauerlandkreis die Familie: die offene Ganztagsschule „OGS“. Hier werden Mädchen und Jungen der ersten bis vierten Klassen bis nachmittags betreut. In der OGS erzählen die Kinder als erstes von der schweren Mathe-Arbeit, dem Streit auf dem Pausenhof oder dem gewonnenen Sprint in der Sportstunde. Die Kinder ruhen aus, essen, spielen mit Freunden, besuchen AGs und machen Hausaufgaben. Aber derzeit kommen die Offenen Ganztagseinrichtungen in ganz NRW mehr denn je an ihre Grenzen.
Personal- und Sachmittel reichen hinten und vorne nicht.

Daher luden die Träger der Offenen Ganztage im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest jetzt Vertreter der Kommunen, politische Vertreter, Lehrer, OGSBetreuungskräfte und Eltern zur offenen Diskussion. Hintergrund ist eine landesweite Kampagne aller Wohlfahrtsverbände: „Gute OGS darf keine Glückssache sein“. In der Region beteiligen sich dazu die AWO, der Caritas-Verband, die Diakonie Ruhr-Hellweg, das Forum Jugendarbeit und der Paritätische Wohlfahrtsverband, die insgesamt in ihren Offenen Ganztagen über 2000 Kinder betreuen.

Die Sockelfinanzierung der Offenen Ganztagseinrichtungen durch das Land ist seit der Einführung vor 14 Jahren kaum erhöht worden. Die realen Kosten steigen naturgemäß von Jahr zu Jahr. Eine angemessene Betreuungsqualität hängt somit sehr davon ab, wie stark sich die jeweilige Kommune finanziell einbringen kann – sie wird zur „Glückssache“. Das dürfe nicht sein, betonten auch die Träger in der Region: „Ein Kind, dass in Meschede oder Soest in die Schule geht, hat dasselbe Recht auf eine gute OGS wie eines in der reichen Kommune Düsseldorf“, so Moderatorin Irene Düring, Fachbereichsleiterin „Bildung und Erziehung“ der Diakonie Ruhr-Hellweg.

Manche OGS hat vor 14 Jahren mit 25 Kindern angefangen und betreut heute mehr als 100. „Aber die Küchen, Essbereiche oder die Ruhezonen für die Kinder sind nicht mitgewachsen“, so Irene Düring weiter. „Gerade die Möglichkeit, zur Ruhe zu Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege im Kreis Soest kommen, ist so wichtig. Kinder wünschen sich das, und wir wissen alle: Damit haben sie recht.“

Aktuelle Berechnungen der Wohlfahrtsverbände zeigen: Allein die laufenden Kosten, um einen Mindeststandard in der Betreuung zu gewährleisten, belaufen sich auf rund das Doppelte der vor 14 Jahren veranschlagten Summe und werden von der derzeitigen Sockelfinanzierung durch das Land nicht einmal zur Hälfte gedeckt.

Vieles werde von den Trägern und den Kommunen aufgefangen. „Wir sind immer auf offene Ohren gestoßen“, lobten die Träger die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen. Aber auch deren Möglichkeiten seien mehr als begrenzt. Hierin gaben u.a. auch die zuständigen Abteilungsleiter der Städte Soest und Arnsberg, Thomas Nübel und Michael John, Einblick. Auch sie lobten das Engagement der Träger: „Dort wird im Rahmen des Möglichen hervorragende Arbeit geleistet.“ Verlässliche Rahmenbedingungen durch das Land und integrierte Konzepte u.a. zur sinnvollen Raumnutzung waren wichtige Anliegen.

„Seit vierzehn Jahren müssen wir den Anspruch an die eigene Arbeit immer weiter herunterschrauben. Man kann so die den Kindern kaum noch gerecht werden. Das ist unglaublich bitter“, äußerte eine OGS-Vertreterin aus dem Plenum und sprach damit wohl vielen aus der Seele. Mehr als Beaufsichtigung sei an vielen Stellen kaum möglich. Kerstin Weitemeier, Kreisgruppengeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, fasste zusammen: „Unsere Forderung richtet sich deutlich an das Land. Auch über Bedingungen von Inklusion und Integration in der OGS müssen wir reden. Alle an der Basis müssen hier mit langem Atem zusammenstehen.“


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